Kurtrierische Chaussee

 

Historische Koblenzer Landstraße

Die historische Koblenzer Landstraße war über mindestens 1500 Jahre ein wichtiges Teilstück der Fernverkehrsstraße vom Rhein bei Koblenz/Ehrenbreitstein über Montabaur nach Osten bzw. Südosten nach Thüringen und Frankfurt. Sie verlief von diesem Punkt nach Westen am Spießweiher vorbei über einen Damm und über die Montabaurer Höhe nach Ehrenbreitstein; nach Osten traf sie am Elberter Stadttor auf die seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts bestehende Befestigung der Stadt Montabaur im Bereich der heutigen Kreuzkapelle und durchquerte das Peterstor vor der Pfarrkirche, die Altstadt mit dem Marktplatz und von dort über die Sauertalstraße hinab das Sauertal in Richtung Limburg. Sie wurde 1535 in den Stadtakten als „Coebelentzer Straisen“ erwähnt und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Zuge des Ausbaues der kurtrierischen Fernverkehrswege als „Chaussee“ ausgebaut mit quadratischen Befestigungen aus gemauerten Umrandungen, einer Steinschüttung mit Kies und mit Wegeseitengräben. Im Jahr 1789 ließ Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Kurtrier an dieser Chaussee im Abstand von einer Stunde Wegstrecke „Stundensteine“ mit Wappen, „CT“ für Curtrier und dem Kurhut errichten, um die Länge und Zeitdauer der Wegstrecke zwischen Koblenz und Frankfurt für die Postkutschen, Fuhrgespanne und Reisenden zu verdeutlichen. Ein aus dieser Zeit noch erhaltener Stundenstein steht etwa 700 Meter in westlicher Richtung an der Einmündung auf die heutige Bundesstraße 49.

Ludwig van Beethoven soll diesen Weg am 2. November 1792 auf seiner Fahrt von Bonn nach Wien benutzt haben.

In östlicher Richtung zweigte vor der Stadtgrenze im Verlauf der heutigen Hunsrückstraße und Albertstraße der sog. „Fürstenweg“ ab, auf dem die Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier ihr Schloss Montabaur anfahren und erreichen konnten, ohne die nach der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1291 befestigte Stadt Montabaur durchqueren zu müssen.

Bis zum Ausbau der Bundesstraße 49 als Stadtumgehungsstraße zur Anbindung an die Autobahn A 3 Köln-Frankfurt diente dieses Teilstück dem Straßenfernverkehr zwischen Koblenz, Montabaur und Westerwald/Limburg.

Der der Fischzucht dienende Spießweiher, der 1666 von der Stadt Montabaur an den Kurfürsten Karl Kaspar von der Leyen zur Versorgung der Hofküche abgetreten worden war, wurde mit dem alten Teilstück der Koblenzer Landstraße 1977 unter Naturschutz gestellt zur Erhaltung des Feuchtgebietes mit seinen Wasser- und Sumpfflächen als Standort zahlreicher seltener Vogelarten.

 

Aus dem Onlinelexikon der Stadt: Beethoven in Montabaur

Zurzeit der Revolutionskriege mit Frankreich, in deren Verlauf General Custine Limburg/Lahn erreichte und der Westerwald wegen der Kriegsereignisse sehr unsicher war, reiste Beethoven von Bonn nach Wien. Die Postkutsche benutzte die linke Rheinuferstraße (heute B 9) bis Koblenz. Die Weiterreise erfolgte dann von Koblenz über den Westerwald (heute B 49) nach Limburg. Am 02.11.1892 fand in Montabaur ein planmäßiger Halt statt.  Im Verlauf der Weiterfahrt geriet die Postkutsche zwischen die Kampffronten der französischen Revolutionsarmee unter General Custine und Oberst Houchard einerseits, sowie hessischen Truppen unter Oberst Schreiber. Diese hatten am 03.11.1792 bei Koblenz den Rhein überschritten und bewegten sich gleichfalls auf Limburg zu. Trotz dieser militärischen Wirren gelang es dem Kutscher seine Postkutsche heil bis nach Frankfurt zu bringen. Ein Reisebegleiter hielt dazu in seinem Tagebuch fest: 

"Koblenz - Montabaur 4 Reichstaler, 1,5 d. Sperrgeld für Koblenz, 48 Kreuzer, Trinkgeld, weil der Kerl uns mit Gefahr, Prügel zu bekommen, mitten durch die hessische Armee führte er und wie ein Teufel fuhr, einen kleinen Taler, zu Mittag gegessen, 2 Gulden, Post Montabaur-Limburg, 3 Gulden, 57Kreuzer…"

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