Stadtrat berät über den Wald

Rund die Hälfte der Fläche der Stadt Montabaur besteht aus Wald. Da liegt es nahe, dass im Stadtrat fast immer Themen rund um den Wald behandelt werden. Im Februar ging es um die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur forstwirtschaftlichen Nutzung, um die mögliche Einrichtung eines Mountainbike-Trails auf der Montabaurer Höhe und um einen Sukzessionsstreifen am Waldrand in Horressen.


Künftige forstwirtschaftliche Nutzung des Stadtwalds

Die trockenen und heißen Sommer der letzten Jahre sowie der Borkenkäfer und andere Baumkrankheiten haben dem Stadtwald stark zugesetzt. Große Flächen mussten auf der Montabaurer Höhe und im Gelbachtal gerodet werden. Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hatte deshalb bereits im Herbst 2020 beantragt, im Stadtwald „künftig eine geringe fortwirtschaftliche Nutzung vorzunehmen“ und stattdessen die „Naturverjüngung und die Aufforstung mit widerstandsfähigen möglichst heimischen Hölzern“ voran zu treiben. Der Stadtrat hatte bereits in der Vergangenheit beschlossen, dass ein steigender Anteil des Stadtwaldes als Naturwald der Natur überlassen werden soll. Das Thema soll nun weiter fraktionsübergreifend bearbeitet werden. Dazu hat der Stadtrat jetzt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die in Zusammenarbeit mit Revierförster Steffen Koch die Ziele der künftigen Waldbewirtschaftung definieren soll.


Mountain-Bike-Trail im Stadtwald

Der Köppel und die Montabaurer Höhe sind ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Auch die Mountainbiker haben das Revier längst für sich entdeckt. Sie wünschen sich, dass ein Mountain-Bike-Trail – also eine schmale Abfahrtsstrecke abseits der befestigen Wege – angelegt wird. Eine Gruppe Mountainbiker hatte ihre Ideen in einem Konzept zusammengestellt und dieses – ebenfalls bereits im Herbst – dem Stadtrat präsentiert. Inzwischen hat sich ein Verein gegründet. Nun hat der Stadtrat die Frage, ob und wie ein Mountainbike-Trail auf der Montabaurer Höhe angelegt werden kann, zur Vorberatung ebenfalls an die Arbeitsgruppe delegiert. Dabei wurde das Thema kontrovers diskutiert: Während ein Teil der Ratsmitglieder durch einen möglichen Trail den Schutz von Pflanzen und Tieren, das Landschaftsbild und die Ruhe im Wald gefährdet sieht, sehen andere darin eine Bereicherung des Sportangebotes in Montabaur, bewerten das vorgelegte Konzept als naturverträglich und wollen die Initiative der Mountainbiker unterstützen. Die Arbeitsgruppe soll ergebnisoffen alle Aspekte prüfen und abwägen.


Soll auf der Montabaurer Höhe ein Mountainbike-Trail entstehen? MTB steht nicht etwa für Montabaur sondern zeichnet im Wald eigene Wegstrecken für Mountainbiker aus.

Soll auf der Montabaurer Höhe ein Mountainbike-Trail entstehen? MTB steht nicht etwa für Montabaur sondern zeichnet im Wald eigene Wegstrecken für Mountainbiker aus.


Sukzessionsstreifen am Waldrand in Horressen

Im Montabaurer Stadtteil Horressen reicht der Wald bis an die bebaute Ortslage heran. Bei Schnee, Sturm oder heftigen Gewittern sind in der Vergangenheit immer wieder Äste und Bäume abgebrochen und auf die Buchenstraße gefallen. Schon im Jahr 2018 hatte der Stadtrat beschlossen, den Waldrand entlang der Buchenstraße (Horressen) und der Weststraße (Elgendorf) nach und nach in einen etwa 20 Meter breiten Sukzessionsstreifen umzuwandeln. Auch der jetzt verabschiedete Bebauungsplan „Waldschule und –kita Horressen“ sieht das so vor. Der Ortsbeirat Horressen hatte eine sofortige Umsetzung der weiteren Fällungen beantragt. Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland ordnete nach den jüngsten Ereignissen an, auf einer Breite von 10 Metern die Bäume zu fällen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Für einen Sukzessionsstreifen werden alle Bäume, die so hoch sind, dass sie auf die Straße fallen könnten, abgeholzt. Übrig bleiben niedrige Hölzer und Buschwerk, die einen grünen Waldsaum bilden und einen stufenweisen Übergang zum hohen Baumbewuchs des Waldes darstellen. Das Projekt war seinerzeit auf 5-8 Jahre festgelegt worden und Revierförster Steffen Koch hatte bereits damit begonnen, Bäume zu fällen und so den Waldrand sukzessive nach hinten zu verlegen. Durch die Schadensereignisse Anfang Februar musste die Rodung des Streifens nun zügig zu Ende gebracht werden. Ein Antrag der FWG-Fraktion auf Einrichtung eines Sukzessionsstreifens am Horresser Waldrand war damit von den Ereignissen überholt worden.








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