Der Turm am „Walpadayn“

Der zur ehemaligen Befestigung im Verlaufe der Stadtmauer an der Kolpingstraße, am Eingang zum  Historica-Gewölbe  stehende Turmrest wird als „Turm am Walpadayn“ bezeichnet. Woher leitet sich nun diese doch etwas ungewöhnliche Bezeichnung ab?

Oberhalb des Turms hinter der Stadtmauer, im heute so genannten Pfarrgarten, hatten die Walpoden [1] von Kobern im Mittelalter einen Hof liegen.  Diese Liegenschaft begegnet bereits um 1587 als „Uff der Waltpotteyen“. Der Hof bestand aus Haus,. Scheune und Garten.  1423 verkaufen die Walpoden den Hof an den Montabaurer Bürger Paulus Muder. Wenn uns auch die Walpoden seit dieser Zeit nicht mehr in Montabaur begegnen, hat sich im Volksmund diese Bezeichnung bis heute erhalten.

Der Turm am „Walpadayn“

Klaus Winter: „Griff über die Grenzen“

Objekt aus Eisen und Edelstahl

Durchmesser: ca. 2,00 m

Gewicht: über 120 kg

Der Künstler sagt zu seiner Arbeit: „Das Hängeobjekt schlägt nicht nur durch sein äußeres Erscheinungsbild einen Bogen zum Menschen im Mittelpunkt, es führt uns gleichzeitig bildhaft Grenzen vor Augen. Der Mensch, durch Grenzen gefangen, greift über das Segment hinaus und wird sich gleichzeitig seiner Begrenztheit bewusst. Dem Zentrum entfliehend, riskiert er zugleich durch selbst erwählte Freiheiten, die Grenzen zu überschreiten.“

Der Bildhauer Klaus Winter stiftete das Objekt „Griff über die Grenzen“ der Stadt Montabaur in 2018. Der Wieder-Westerwälder aus Montabaur drückt damit seine Verbundenheit zu seiner Heimatregion aus.




Quelle:  Ursula Wittig, „Montabaur: Auf der Walpadyn“, Beitrag im Jahrbuch „Wäller Heimat“ Jg. 1991, S. 81 f.


[1] Walpode war im Mittelalter ein Amtstitel, der im Laufe der Zeit in den Familiennamen adeliger Familien Eingang gefunden hat. Die adelige Familie der Walpoden finden sich hauptsächlich im Bereich Mittelrhein/Mosel.



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