Das Schöffentor

auch „Amtsturm oder „Schäfertor“ genannt

 

Im heutigen Kreuzungsbereich von Wilhelm-Mangels-Straße, Wallstraße und Freiherr-vom-Stein-Straße stand einst das sogenannte Schöffentor*. Die Toranlage innerhalb der Stadtmauer, die erstmals 1324 genannt wurde, war eine der vier Hauptzufahrten in die Stadt, neben dem Peterstor, der unteren Sauertaler Pforte und dem Allmannshäuser Tor. Durch dieses Tor lief der Verkehr aus Richtung Koblenz über die Koblenzer Chaussee, Rheinstraße, Elgendorfer Straße und aus Horressen.

Der Wach- und Kontrolldienst an diesem Tor war wegen des Gefängnisses umfangreicher als bei den anderen Toranlagen und aus der Bezeichnung „Amtsturm“ könnte man ableiten, dass dort auch administrative Aufgaben wahrgenommen wurden. Das ist sicher auch der Grund, dass der Pförtner dieses Tores durchschnittlich die sechsfache Besoldung erhielt, als das Personal an den anderen Toren; das „Wachtgeld“ wurde ausschließlich dem Personal am Schöffentor gezahlt.

Als am 9. Februar 1801 in Folge der Koalitionskriege die linksrheinischen Gebiete des Kurfürstentums Trier an Frankreich abgetreten werden mussten, verblieben als Reststaat dem Kurfürsten, Erzbischof Clemenz Wenzelslaus von Sachsen die linksrheinischen Gebiete. Montabaur wurde Landeshaupt- und Garnisonsstadt.  Als Landesverwaltung wurde eine Oberlandskommission eingesetzt. Wegen der unruhigen Zeiten sah es die Oberlandskommission als notwendig an ein neues (zusätzliches) Gefängnis einzurichten. Der Kostenüberschlag vom 17. Juli 1801, für die zunächst vorgesehene Unterbringung über der Toreinfahrt des Peterstorturms zum Einbau von fünf Gefängniszellen, wurde jedoch verworfen. Ein Gutachten des Baudirektors aus Ehrenbreitstein vom 23. April 1801 empfiehlt stattdessen eeinen Ausbau des Amtsturms, „dass sich hier „schon der „Bürger- und Amtsgehorsam“ nebst einer ständigen Thorwache befindet und dass hier in diesem Stein-festen Thurm noch 4 neue Gefängnisse am aller solidesten Geschwind ausgeführt werden können“.

Bald nach 1820 – ein konkreter Zeitpunkt ist nicht bekannt – wird die Toranlage, wie auch große Teile der Stadtbefestigung niedergelegt. Ein neues Gefängnis wird gebaut, auch hier ist das Baujahr nicht bekannt, und steht heute noch und ist als das „Haus Kunoth“ oder „Villa Sonnenschein“ ein markantes Bauwerk in der Nähe des Konrad-Adenauer-Platzes.

Zeichnung     Bauakte HHStA Abt. 116, Nr. 673




 Bernd Schrupp 09/2019




*Die Tore wurden auch „Pforten“ genannt.

Da die Turm-/Toranlage auch „Amtsturm“ genannt wurde und mit dem sog. „Bürgergehorsam“ dort auch ein Gefängnis untergebracht war, stellte das Bauwerk eine Einrichtung der Rechts- und Gerichtspflege dar.  Die Rechts- und Gerichtspflege wurde zu dieser Zeit vom „Schöffengericht“ ausgeübt.




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