Das “Schiffgen“

Der im Volksmund „Schiffgen“ genannte Turm in der östlichen Stadtmauer wurde 2018 umfassend restauriert und bildet heute das historische Zentrum des neu gestalteten „Karoline–Kahn-Platzes. Dieser Turm wird in einer Übersicht 1589 erstmals erwähnt. Der Turm steht inmitten der nord-östlichen Stadt- und Stützmauer, die das Plateau zum darunter liegenden Sauertal stützt.

Vom Turm ergibt sich eine weite Rundumsicht nach Nordosten. Der Turm ist in seiner Bauweise und Abmessung dem bereits beschriebenen „Gebücksturm“ sehr ähnlich.


      das "Schiffgen"

Aufgrund seiner exponierten Lage wurde der Turm zumindest in kriegerischen Krisenzeiten als Beobachtungsturm genutzt. Überliefert ist jedoch auch, dass der Turm neben dem Wolfsturm, dem Amtsturm (Schöffenpforte) auch als Arrestzelle benutzt wurde. Das Fehlen jeglicher wohnlicher Einrichtung, bis auf ein Strohlager, Stuhl und vielleicht Tisch und einem Eimer als Toilette, wird für die Delinquenten kein angenehmer Aufenthalt gewesen sein. In Winterszeiten bei starkem Frost - mehr als eine Eisenwanne mit glühenden Kohlen wird zur Beheizung, wenn überhaupt, nicht zur Verfügung gestanden haben, wurde auch gelegentlich der Strafvollzug ausgesetzt oder durch eine Geldstrafe abgegolten.  

Inwieweit für die Nutzung des Turmes ein in der Nähe verlaufender unterirdischer Gang eine Rolle spielt ist bisher nicht erforscht. Der Gang, der von einem Haus in der Kirch-/-Elisabethenstraße in Richtung Schiffgen verläuft, ist jedoch schon nach wenigen Metern verschüttet und versumpft, so dass ein Befund kaum noch möglich ist. Auch ist die Entstehungszeit nicht bestimmbar.

Über eine sonstige Nutzung über die Jahrhunderte liegen keine Nachrichten vor.

Der dann in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts festgestellte Erhaltungszustand lässt darauf schließen, dass das Bauwerk offensichtlich Jahrzehnte lang sich selbst überlassen blieb und allenfalls als Abstellraum diente. Der Stadtrat entschloss sich im Jahre 1976 eine umfassende Sanierung vorzunehmen, um den weiteren Verfall der Bausubstanz aufzuhalten.

Im Rahmen der Sanierung des kleinen angrenzenden Parkplatzes im Jahre 2017/2018 und seiner Benennung als „Karoline-Kahn-Platz“, wurde auch die Stadtmauer und der  Turm durchgreifend saniert und am 6. Mai 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Rahmen der laufenden Altstadtsanierung werden die jetzt wieder hergerichteten begehbaren Türme der Stadtbefestigung einer öffentlichen und touristischen Zweckbestimmung  zugeführt und belebt.



 
 



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