Leuningerstraße

Der aus dem Westerwald, aus Mengerskirchen bei Weilburg, Kreis Oberlahn (heute Kreis Limburg-Weilburg) stammende Franz Leuninger, war im Schattenkabinett der Widerstandsgruppe des 20. Juli 1944 um Carl Goerdeler und Ludiwg Beck als Oberpräsident der Provinz Schlesien vorgesehen. Nach der Volksschule musste Leuninger als Bauarbeiter schon im Alter von 14 Jahren seinen Lebensunterhalt verdienen und schloss sich ebenso früh der christlichen Gewerkschaft des Bauarbeiterverbandes an. Nach verschiedenen Funktionen innerhalb der Gewerkschaft in Aachen und Euskirchen, kam Leuninger, der im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier gedient hatte, 1927 als Bezirkssekretär nach Breslau.

In Schlesien entwickelte er sich schnell, dank seines Engagements und seiner Redegewandtheit,  für das „Zentrum“ zu einem versierten Politiker. Bereits im Breslauer Stadtparlament vertreten, kandidierte er bei den Reichstagwahlen  im März 1933 für den Reichstag. Durch die „Gleichschaltung“ der Gewerkschaften musste Leuninger seine hauptamtliche Tätigkeit als Gewerkschaftssekretär aufgeben. Allerdings hatte er das Glück, dass seine bisherige ehrenamtliche Tätigkeit als örtlicher Geschäftsführer der Siedlungsgesellschaft „Deutsches Heim“ in eine Vollzeitstelle umgewandelt wurde.

Den Polenfeldzug zu Beginn des 2. Weltkrieges erlebte Leuninger als Feldwebel. Erlebnisse in diesem Feldzug verstärkten den schon seit Jahren bestehen Vorbehalt gegen die nationalsozialistische Ideologie und die damit verbundene gewaltsame und grausame Willkür. In einem Brief an seine Brüder (Leuninger hatte acht Geschwister) schreibt er: „Es gibt nichts, was einen Krieg rechtfertigt und es ist jedes Mittel erlaubt  [auch der Tyrannenmord?], das den Krieg verhindert."

Dass Leuninger dem Widerstand verbunden war, blieb seiner Familie verborgen. Im Zuge der Ermittlungen in Folge des Attentats vom 20. Juli 1944, wurde er am 28. September 1944 zum Tode verurteilt und am 1.März 1945 im Gefängnis Berlin Plötzensee erhängt; Leuninger wurde 46 Jahre alt.

Erinnert wird an diesen stillen Widerstandskämpfer durch 

  • die Benennung der Grundschule seines Geburtsortes Mengerskirchen in Franz-Leuninger-Schule,
  • eine nach ihm benannte Straße in Koblenz
  • den „Leuninger-Pfad“ in der Nähe seiner Hinrichtungsstätte in Berlin
  • die im Stadtteil Wettbergen / Hannover angelegte Leuningerstraße.

Bernd Schrupp 06/2016


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