Joseph-Kehrein-Straße

Kehrein, Joseph, Pädagoge, Historiker; * 1808, + 1876 in Montabaur; kath.. 1855 Direktor des Lehrerseminars in Montabaur, zugleich Direktor der Realschule, 1872 Ehrenbürger der Stadt Montabaur, Denkmal am  Alois-Jäger-Platz.


Joseph-Kehrein-Denkmal
Joseph-Kehrein-Denkmal

Das einzige noch verbliebene klassische Denkmal im Stadtgebiet stellt Joseph Kehrein dar. Es ist eine von vielen Ehrungen, die diesem Pädagogen, Sprachforscher und Literaturhistoriker zu teil wurden.

Kehrein wurde am 20.Oktober 1808 in Heidesheim bei Mainz geboren. Nach Gymnasium in Mainz studierte er an der Universität Gießen im Hauptstudium Philologie. Nach seinem Examen war Kehrein Gymnasiallehrer in Darmstadt und Mainz, bevor er 1845 als Prorektor an das Gymnasium in Hadamar berufen wurde. Schon früh beschäftigte sich Kehrein – neben seinem Lehrerberuf – mit der deutschen Sprache, wobei er auch mit den Gebrüdern Grimm einen fruchtbaren Austausch pflegte. Ein weiterer Schwerpunkt war seine Arbeit als (katholischer) kirchlicher Literaturhistoriker. Kehrein hat eine - für damalige Verhältnisse -  immense schriftstellerische Leitung vollbracht. Er schrieb über 70 (wissenschaftliche) Bücher, 100 Gedichte und veröffentlichte in Periodika und Fachzeitschriften. Seine bekanntesten Werke der heimischen nassauischen Literatur sind: „Volkssprache und Volkssitte im Herzogtum Nassau“ und „Volkssprache und Wörterbuch von Nassau“.

Im Jahre 1855 wird Kehrein als Seminardirektor an das Lehrerseminar in Montabaur berufen, dem er bis 1876 vorstand.

Neben zahlreichen anderen Ehrungen wurde er 1874 zum Ehrenbürger der Stadt Montabaur ernannt.

Das Denkmal wurde anlässlich der Fünfzigjahrfeier des Lehrerseminars am 16. September 1901 enthüllt. In einem Zeitungsartikel wird dazu geschrieben: „ Als im Sommer 1901 dieses Denkmal erstmalig erstellt und im September des gleichen Jahres eingeweiht wurde, geschah dies durch ehemalige Schüler {...} die damit der Verehrung und Liebe sichtbaren Ausdruck geben wollten, die sie zu ihrem 1876 verstorbenen Lehrer und Seminardirektor noch immer im Herzen trugen“.

Die Bronzebüste fiel der allgemeinen Rohstoffsammlung während des Zweiten Weltkrieges zum Opfer.

Die Stadt Montabaur errichtete das Denkmal im Jahre 1953 neu, wobei es den heutigen Standort, am Alois-Jäger-Platz neben der katholischen Kirche, erhielt.

Eine in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Schule hatte im Jahr zuvor den Namen „Joseph-Kehrein- Schule“ erhalten. Außerdem wurde die Straße dort nach ihm benannt.

Joseph-Kehrein ist am 25. März im Alter von 76 Jahren in Montabaur verstorben.


Bernd Schrupp 07/2015



 

joseph-kehrein-strasse


(Quelle: OpenStreetMap)





Literatur:

Ackva, Wolfgang, „Joseph Kehrein Ehrenbürger von Montabaur 200. Geburtstag“ in: Jahrbuch des Westerwaldkreises „Wäller Heimat“, Jg. 2009

Kehrein, Dr. Valentin, „Joseph-Kehrein – der Germanist und Pädagoge“, Verlag Heinrich Schöningh, Münster 1901

Schrupp, Bernd, „Joseph Kehrein – 3. Ehrenbürger 1874“. Unveröffentlichtes Manuskript „Die Ehrenbürger der Stadt Montabaur“, Montabaur 2015

 

Bildnachweis:

Bernd Schrupp



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