Eichwiese


Die nahe dem Abzweig ins Gelbachtal, parallel zur Alleestraße, gelegene Eichwiese wird als Festplatz und Parkplatz genutzt. Als Anlieger finden sich der städtische Bauhof, die DRK-Rettungswache und die Feuerwehrunterkunft. In alter Zeit stand hier eine städtische Mühle, die durch einen aus der Stadt zufließenden Mühlengraben gespeist wurde. Ein weiterer, in Allmannshausen vom Aubach abzweigender „Mühlbach“, durchquerte die Eichwiese parallel zur Alleestraße, um weiter süd-östlich, in „der Marau“ weitere Mühlen anzutreiben.

Die Eichwiese - Versuch einer Deutung zur Namensableitung

Die einschlägige Literatur, mündliche Überlieferung und Befragung von Zeitzeugen hat bisher kein
schlüssiges Ergebnis gebracht, woher die Bezeichnung „Eichwiese“ kommt.

Die Eichwiese ist eine Freifläche am ostwärtigen Stadtrand, an der Straße nach Heiligenroth/Limburg gelegen. Diese Freifläche am Fuße der Stadtmauer wird als „Sauertal“ bezeichnet und bildet mit der benachbarten Talaue von Allmannshauen das Mühlental der Stadt Montabaur. Während in Allmannshausen drei herrschaftliche Bannmühlen standen, die durch den stark fließenden Aubach angetrieben wurden, fand sich im Bereich der Eichwiese eine weitere Mühle, die 1765 in Erbleihe an die Stadt kam. Das Gebäude, das bis Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts die Mühle beherbergte, wurde ab 1921 als Wohnhaus genutzt. Die feuchte Lage am Fuße des Burgberges - oft bei Hochwasser überflutet - ließ die Bausubstanz mit den Jahren so marode werden, dass das Gebäude bald nach 1959 niedergelegt wurde.

Diese Mühle wurde durch Wasser aus einem Mühlengraben, der seinerseits durch den um den Burgberg herum fließenden Stadtbach (Biebrichsbach/Gäulsbach) gespeist wurde, angetrieben. In dem Mühlengraben und dazugehörigen Wehr war ein Eichpfahl eingebracht, an dem sich die
amtlich genehmigte, gesetzlich normierte Stauhöhe zur Regulierung der Durchflussmenge ablesen ließ. Er zeigte i. V. mit dem Mahl- oder Fachbaum die Höhe des Wasserstandes am Mühlenwehr an. Das Setzen des Eichpfahls war in alten Zeiten ein „öffentlicher Akt“, bei dem außer dem Mühlenbesitzer oder einem Vertreter, auch der Müllermeister und der Stadtrat/Magistrat anwesend waren. In einer zeitgenössigen Polizeiverordnung heißt es dazu: „Es soll kein Mühlherr, Müller oder jemand, ihrentwegen den Währ-Pfahl ausziehen, verrücken, noch einigen falsch daran gebrauchen“, wobei Zuwiderhandlungen streng bestraft wurden. Da auch diese Eichpfähle von Zeit zu Zeit „geeicht“ oder erneuert werden mussten ist darüber hinaus daran zu denken, dass auf der Eichwiese sich von Zeit zu Zeit Kaufleute und Händler aus Stadt und Amt einzufinden hatten, um ihre Gewichte und Hohlmaße prüfen und eichen zu lassen. Die aktuelle Prüfung der Maße und Gewichte wurde sodann vom Eichmeister mit dem neuesten Stempel gepunzt. Unter diesem Kontext ist die überkommene Bezeichnung „Eichwiese“ durchaus schlüssig. Ein entsprechender Baumbestand mit Eichen erscheint dagegen nicht belegbar. Aus historischen Quellen ist zu lesen, dass das Gelände um die Eichwiese hin zum Steilhang „mit ausgedehnten Gebücken, dem „Sauertaler Gebück“ und dem „Gebück hinter dem Rebenstock“ , bewachsen war und ein Eichenwald dort sicher erwähnt worden wäre. Im Übrigen steht dem auch die Bezeichnung Eich“wiese“ entgegen.

Bernd Schrupp, 05/2015


Eichwiese (Quelle: OpenStreetMap)

(Quelle: OpenStreetMap)


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