Alois-Skatulla-Straße


Alois Skatulla wurde wenige Tage vor seinem 51. Geburtstag, am 26. März 1945, wenige Stunden vor dem Einmarsch der Amerikaner in Montabaur, von einem SS- oder Gestapo-Kommando erschossen.

Skatulla wohnte in der Biergasse und war als unerschrockener Gegner der Nationalsozialisten bekannt. Nachdem sein Sohn im Krieg gefallen war, hielt er mit seinen kritischen Äußerungen, oder Gestapo die er auch öffentlich kundtat, nicht hinterm Berg. Seitens der örtlichen Vertreter der NSDAP wurde er kritisch beobachtet, da er oft anderen Menschen im Umgang mit den Behörden half. Hinweise seiner Familie, die ihn vor Spitzeln und möglichen Denunzianten warnten, begegnete er mit der Erkenntnis, die er durch das streng verbotene Abhören von Feindsendern erlangte, dass der „braune Spuk“ bald vorüber sei.

Obwohl der Terrorstaat bereits in Auflösung begriffen war, funktionierten die Standgerichte bis unmittelbar vor der Besetzung mit amerikanischen Truppen. Mitte März wurde Skatulla in seiner Wohnung in der Biergasse von zwei SS-Männern verhaftet und in das Gerichtsgefängnis im Amtsgerichtsgebäude der Stadt eingeliefert. Dort traf er auf den aus Holler stammenden und ebenfalls kurz zuvor inhaftierten Adolf Adam Edel.

Angeklagt der Wehrkraftzersetzung, wurde Alois Skatulla zum Tode verurteilt und am 26. März 1945, gegen 11.00, gemeinsam mit Adolf  Edel,  in einer Kiesgrube an der Limburger Straße erschossen. Gegen 12.00 Uhr rückten erste amerikanische Truppen in die Stadt ein.

Der am 10.04.1894 im oberschlesischen Groß-Thurze geborene Skatulla war verheiratet und arbeitete als Außendienst-Monteur bei der Firma Berggarten (später Firma KERAMCHEMIE) in Siershahn. Als Soldat im Ersten Weltkrieg nahm er am Frankreich-Feldzug teil.


Bernd Schrupp 06/2016


Alois-Skatulla-Straße (Quelle: OpenStreetMap)

(Quelle: OpenStreetMap)




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