Pfarrkirche St. Peter in Ketten

Der frühchristliche Missionar Lubentius dehnte bereits im 4.Jahrhundert aus dem Moselgebiet im Erzbistum Trier seine Missionstätigkeit über den Rhein bis in das Lahngebiet aus, wo er in Dietkirchen bei Limburg später beigesetzt wurde. Das seitdem gemischt christlich-germanische Siedlungsgebiet zwischen dem Rhein und der Lahn wurde in fränkischer Zeit im 7. und 8.Jahrhundert durch angelsächsische Mönche, insbesondere durch den heiligen Bonifatius, nachhaltig im Auftrag der Trierer Erzbischöfe dem christlichen Glauben zugeführt. In der Siedlung Humbach unterhalb des Burgberges wurden spätestens in dieser Zeit erste Kapellen und Kirchen aus Holz errichtet.

Der Konradinergraf Hermann, ab 926 Herzog von Schwaben, ließ unterhalb seiner Burg nach 910 eine neue Holzkirche errichten und diese im Jahr 931 durch den Erzbischof Ruotbert von Trier den heiligen Schutzpatronen Petrus und Georg weihen. Diese als Eigenkirche erbaute Kirche schenkte er dem Stift St. Florin in Koblenz mit den zugehörigen Zehntrechten. Das Stift St.Florin ließ bereits wenige Jahre später am Rand der bestehenden Siedlung eine neue mit Steinen gebaute Kirche errichten und sie am 13.2.959 von Erzbischof Heinrich I. von Trier einweihen. Die über diesen Weiheakt in Anwesenheit vieler adeliger und ritterlicher Zeugen aufgezeichnete und gesiegelte Urkunde mit der Beschreibung des Zehntbezirks der Urpfarrei Humbach ist das älteste urkundliche Zeugnis von Humbach/Montabaur. Mit der von Kaiser Heinrich II. im Jahr 1018 vollzogenen Schenkung der Grundherrschaft Humbach und des Stifts St.Florin in Koblenz an den Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg wurde die Pfarrei Humbach Teil des Erzstifts Trier. Die kirchliche Verwaltung innerhalb des in Archidiakonate unterteilten Erzbistums Trier verblieb allerdings beim Propst des Stifts St.Florin, der die Pfarrer einzusetzen und die kirchliche Sendgerichtsbarkeit auszuüben hatte.

Als sich die nach dem Ausbau der Burg neu benannte und ab 1291 mit der Verleihung der Stadtrechte erweiterte Stadt Montabaur als kurtrierische Amtsstadt mit Handwerk, Handel und Gewerbe zum Zentrum des rechtsrheinischen Erzstifts Trier im Westerwald entwickelte, baute die Bürgerschaft der Stadt mit den Pfarrgenossen der Dörfer des Kirchspiels im damaligen Baustil der Spätgotik eine neue und größere Pfarrkirche mit 2 Glockentürmen und einem Eingangsportal an der Westseite zur Kirchgasse und zum Stadtzentrum. Beachtenswert im Innenraum der Kirche sind eine von einem unbekannten Künstler nach 1560 als Mahnung für die Gläubigen in Szene gesetzte Darstellung des „Jüngsten Gerichts“, eine Glasmalerei aus der 1.Hälfte des 15.Jahrhunderts und ein Taufstein von 1661.

Die Pfarrkirche, die seit dem 15.Jahrhundert den Namen „St.Peter in Ketten“ trägt, war vom Mittelalter bis nach 1800 umgeben von einem Kirchhof (Friedhof) mit einer Kirchhofsmauer und mehreren Schulgebäuden für eine Knaben-, Mädchen- und Lateinschule. Die Schulbildung mit religiöser Erziehung und die sozialen Aufgaben in der Stadt wurden nämlich in der kurfürstlichen Zeit vornehmlich von der Kirchengemeinde wahrgenommen.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche verlief die südliche Stadtmauer mit dem großen Stadttor des „Peterstores“ und einem mehrgeschossigen Torturm, der auch als Gefängnis, als Wohnung für den Glöckner und zeitweilig als Schulgebäude genutzt wurde.

Im Zuge einer Kirchenrenovierung nach 2000 wurde an der Pfarrkirche der im 19.Jahrhundert zur Zeit der Romantik vom Mauerwerk abgeschlagene Putz mit einem farbigen Anstrich wieder erneuert, weil es zur Erhaltung der Bausubstanz notwendig war und die Kirche auch bis in die nassauische Zeit nach 1800 immer verputzt gewesen war.

 


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