Die "Schusterstadt"

Schuster




Die Montabaurer Einwohner werden scherzhaft häufig „Schuster“ genannt. Das ist auf die große Zahl von Schuhmachern zurückzuführen, die es in früherer Zeit in der Stadt gab. So zählte 1787 die Schuhmacherzunft 54 Mitglieder. Zum Vergleich – zu dieser Zeit gab es laut Brandkataster 329 Häuser in der Stadt. Der höchste Stand an Schuhmachern wurde 1864-1866 erreicht, als die Gewerbesteuerliste 66 Schuhmacher nennt, darunter zwei Flickschuster.

Die Montabaurer Schuster betrieben überwiegend die sogenannte "Marktschuhmacherei", das waren derbe Schuhe und Stiefel, die auf Märkten im Westerwald und der näheren Umgebung (Nassau, Ems, Limburg, Braubach, Neuwied und Andernach) verkauft wurden.

Alle Meister arbeiteten in der eigenen Werkstatt, entweder allein oder mit einigen Gehilfen, meistens ihren Kindern. Die Arbeit ging teils auf eigene, teils auf Rechnung anderer Schuhmacher, die das zugeschnittene Material lieferten. Arbeitszeit war das ganze Jahr, bei Tag und Nacht und sehr oft auch an Sonn- und Feiertage.

Schusterbrunnen

Noch Ende des 18. Jahrhunderts werden die Schuhmachermeister als überwiegend arm beschrieben. Danach kam es – auch bedingt durch die anhaltenden Kriege und Militärdurchmärsche – zu einem Aufschwung des Gewerbes. Ende des 19. Jahrhunderts kündigte sich mit der fortschreitenden Industrialisierung der Abschwung an. Laut Steuerliste von 1898/99 war die Zahl der Schuhmacher stark gesunken, nur noch 9 werden genannt. Der Spitzname für die Stadtbewohner blieb. (Quelle: Montabaur Anno Dazumal, Herausgeber: Franz Josef Löwenguth)

Heute erinnern Figuren des ehemaligen Schusterjungen-Brunnens (Bild links) auf dem Konrad-Adenauer-Platz an diesen Teil der Vergangenheit. (Bild unten)









Schusterjungenfigur auf dem Konrad-Adenauer-Platz


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