Montabaur - auf einem guten Weg

Montabaur - auf einem guten Weg

Ende Juli oder Anfang August wird in Montabaur das FOC (Factory-Outlet-Center) eröffnet. Wie rüstet sich die Stadt, um diese Chance für sich zu nutzen und die Besucher in die Innenstadt zu locken? Welche Verbindungen müssen dafür geschaffen werden? Diese Fragen waren das Schwerpunktthema bei der Einwohnerversammlung Ende März im Haus Mons Tabor.




 

Vorsichtigen Schätzungen zufolge könnten rund 1,5 Mio. Besucher pro Jahr das „Fashion Outlet Montabaur“ besuchen. Ein Teil davon (hierzu gibt es keine Schätzungen) könnte nach der Shoppingtour noch einen Abstecher in die Innenstadt von Montabaur machen wollen. Dazu bedarf es vielfältiger Verbindungen, um den Weg so einfach und angenehm wie möglich zu machen und die Innenstadt interessant zu bewerben. Kurz: Die Verkehrswege für Autos, Busse, Fahrräder und Fußgänger müssen gestaltet und beschildert werden, das Stadtmarketing auf die Zielgruppe zugeschnitten und die Innenstadt attraktiv für Besucher werden. Eine Arbeitsgruppe der Verwaltung hat hierzu ein Gesamtkonzept vorgestellt:

 

Verkehrswege Autos

Das Wegekonzept für Autos verfolgt zwei Ziele: Erstens sollen die FOC-Besucher bei der Anreise auf kürzestem Weg von der Autobahn oder Bundesstraße zu den FOC-Parkplätzen geleitet werden, ohne dass sie die Innenstadt passieren müssen. Zweitens sollen die FOC-Besucher, die die Innenstadt besuchen wollen, auf schnellstem Weg zu den Parkplätzen und Tiefgaragen in der Innenstadt (und später wieder hinaus) geführt werden. Dazu wird die gesamte Beschilderung im Stadtgebiet überarbeitet und mit einheitlichen Piktogrammen und Bezeichnungen versehen. Außerdem werden bis zum Sommer sämtliche Ampelanlagen in der Innenstadt ausgewechselt und zwei Kreuzungen umgebaut. Im Ergebnis bedeutet das: Grüne Welle auf der Hauptverkehrsachse Bahnhofstraße, Wallstraße, Wilhelm-Mangels-Straße und Kolpingstraße.

 

Verkehrswege – Fahrrad

Die bestehende Verkehrsführung für Radfahrer, die Teil des kreisweiten Radwegenetzes ist, kann ohne weitere Anpassungen in das Gesamtkonzept übernommen werden.

 

Verkehrswege – Bus

Rund 80 Busverbindungen in jede Richtung zwischen FOC und Innenstadt weist der Fahrplan der RMV schon heute auf. Allerdings ergeben sich dort größere Lücken am Freitagnachmittag und Samstag, also genau dann, wenn die meisten Besucher im FOC erwartet werden. Die Stadt steht derzeit in Gesprächen mit der RMV über eine Ausweitung des Fahrplans zu diesen Zeiten; der RMV hat bereits Entgegenkommen signalisiert. Bereits vereinbart wurde, dass alle Busse deutlich gekennzeichnet werden mit „Innenstadt“ bzw. „FOC“. Zusätzlich zu den Angeboten der RMV wird derzeit noch geprüft, ob es ein so genanntes Bimmelbähnchen geben kann, das permanent zwischen dem FOC und der Innenstadt pendelt.

 

Verkehrswege – Fußgänger

In rund 10 Minuten können Fußgänger vom FOC in die Innenstadt gelangen. Dazu stehen zwei Routen zur Verfügung: Die barrierefreie Variante über Aubachviertel, Alter Bahnhof und Bahnhofstraße bis hin zum Kleinen Markt oder die etwas kürzere Variante über Allmannshausen, die Treppe hoch zum Hinteren Rebstock und über den Vorderen Rebstock zum Kleinen Markt. Diese Strecken werden entsprechend neu beschildert und mit Angaben in Gehminuten versehen. Ein Leitsystem mit farbigen Punkten auf den Gehwegen soll zusätzlich Orientierung bieten. Entlang der beiden Routen werden bis zum Sommer noch die Grünanlagen, Sitzbänke und Bürgersteige auf Vordermann gebracht; kleine Kunstobjekte in Form von Straßenmalereien sollen weniger reizvolle Abschnitte interessanter machen. Zusätzlich wird aktuell die Broschüre „Montabaur von Punkt zu Punkt – ein kleiner Stadtrundgang“ so überarbeitet, dass es eine neue Wegeführung ausgehend vom FOC geben wird. Diese neue Broschüre wird dann im FOC zum Mitnehmen ausgelegt.

 

Stadtmarketing: So wird ein Schuh draus

Herzstück des neuen Stadtmarketings wird ein Schuh sein. In der Region werden die Montabaurer Bürger als Schuster oder auch Schusterjungen bezeichnet. Das ist historisch bedingt: Montabaur war ein zentraler Punkt auf den alten Handelsstraßen. Die reisenden Kaufleute nutzten ihren Aufenthalt in Montabaur gerne, um sich hier ihre Schuhe machen zu lassen. So florierte das Schusterhandwerk. Heute ist Montabaur zwar weder ein typische Schuster- noch eine Schuhstadt, aber etliche Skulpturen in der Stadt und Feste wie der Schustermarkt weisen noch auf diese Tradition hin. Symbol dafür ist ein Schuh, der als Werbemittel vielfältig und variabel eingesetzt werden kann. Er symbolisiert Menschen in verschiedenen Altersstufen (z.B. Kinderschuh), Geschlechtern (Damenschuh), Aktivitäten (Turnschuh, Wanderschuh), Jahreszeiten (Winterstiefel, Sandalen) und vermittelt je nach Modell ein Lebensgefühl schlechthin.

So kommt der Schuh in die Stadt: An mindestens 20 Standorten in der Innenstadt werden Schuh-Skulpturen aufgestellt. Es handelt sich um einen stilisierten Damen-Pump, der in etwa zwei auf zwei Meter groß sein wird: der „Mon-Stiletto“. In der Standardausführung besteht der Mon-Stiletto aus einem weißen Glasfaser-Kunststoff-Gemisch. Die Basismodelle können von Künstlern, Vereinen oder Schulklassen gestaltet werden und sogar als Sitzmöbel, Pflanzgefäß oder Kinderspielgerät ausgebaut werden. Auch Firmen können Mon-Stilettos erwerben und mit Firmenwerbung versehen. Außerdem soll es eine handlichere Version des Schuhs geben, den beispielsweise die Geschäfte ins Schaufenster stellen könnten oder Privatleute mit Blumen bepflanzt auf der Fensterbank platzieren. Hier ist die Kreativität der Bürger und Geschäftsleute gefragt.

So könnte es zum Beispiel aussehen, wenn ein als ICE gestalteter Mon-Stiletto in einer Grünanlage im Aubachviertel steht.

So könnte es zum Beispiel aussehen, wenn ein als ICE gestalteter Mon-Stiletto in einer Grünanlage im Aubachviertel steht.

 

 

Weitere Gestaltungsidee: Der Fachwerkschuh empfindet das Ambiente in der Altstadt nach.

Weitere Gestaltungsidee: Der Fachwerkschuh empfindet das Ambiente in der Altstadt nach.

 

Neben den Schuh-Skulpturen könnten noch weitere Schuhe als Kunstobjekte im Stadtbild auftauchen. So ist beispielsweise daran gedacht, Straßenmaler damit zu beauftragen, die Treppe am hinteren Rebstock so zu gestalten, dass es von weitem so aussieht, als wären dort Schuhe abgestellt. Außerdem soll die Silhouette des Mon-Stilettos auf den Wegweisern und Wegpunkten (siehe oben Verkehrswege Fußgänger) als Wiedererkennungsmerkmal auftauchen. Auch eine Werbekampagne mit verschiedenen Schuhen und passenden Slogans ist bereits angedacht.

 

Blumenampeln

Für einen weiteren Hingucker entlang der verschiedenen Verkehrswege sollen Blumenampeln sorgen, die an den Straßenlaternen befestigt werden. Die Bepflanzung soll in den typischen Stadtfarben rot-blau-weiß erfolgen.

 

Tourist-Information im FOC

Im FOC selbst wird es eine Ausstellungsfläche geben, wo sich die Stadt Montabaur und die Region darstellen. Dort wird es digitale Präsentationen zu Themen und Terminen in der Stadt geben. Außerdem wird Werbematerial, vor allem die neue Version des kleinen Stadtrundgangs, ausliegen (siehe oben Verkehrswege Fußgänger). Die Info-Fläche wird vom Personal des Centermanagements betreut. Neue Stadtführungen, die am FOC starten, sind in Arbeit.

 

Attraktive Innenstadt

„Der Markenkern von Montabaur ist die historische Altstadt“, stellte Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland zu Beginn ihrer Ausführungen zum Stichwort Innenstadt und FOC fest. Und mit diesem Pfund müsse gewuchert werden. Schon kleine Verschönerungsmaßnahmen wie neue Pflanzgefäße und Bänke, saubere Fenster, Markisen und Eingänge an den Geschäften oder nette Dekorationen in den Schaufenstern der leerstehenden Ladenlokale könnten viel am Gesamteindruck verbessern. Dazu sei aber die Mitarbeit der Anlieger und Geschäftsleute gefragt. Ein Pluspunkt der Stadt sind die zentralen und kostengünstigen Parkmöglichkeiten; abends ab 17 Uhr und am Wochenende ist Parken sogar kostenfrei. Mit den Geschäftsleuten und Gastronomen in der Innenstadt habe man sich bereits darauf geeinigt, dass die Läden samstags möglichst auch am Nachmittag geöffnet bleiben, die Öffnungszeiten des Wochenmarktes sollten entsprechend angepasst werden, so Wieland.

„Eine attraktive Innenstadt ist immer auch eine lebendige Stadt“; so eine weitere These der Stadtbürgermeisterin. Mit dem Programm „Sommer in Montabaur“ soll die Innenstadt auch an Samstagnachmittagen stärker belebt werden. Die Reihe „Musik am Samstag“ mit Livemusik auf dem Großen Markt wird auf den Nachmittag verlegt, auch die kostenlosen Stadtführungen starten dann. Open-Air-Veranstaltungen wie Schustermarkt oder Kirmes gibt es im Verlauf des Sommers praktisch monatlich; auch sie könnten unter dem Stichwort „Sommer in Montabaur“ stärker beworben werden. Schließlich könnte auch eine „Happy Hour“ in der Gastronomie das Angebot in der Innenstadt attraktiver machen.

 

Bei der Einwohnerversammlung gab es eine ausführliche Präsentation des Gesamtkonzeptes zu sehen. Darin sind auch Karten der verschiedenen Verkehrswege, weitere Gestaltungsideen rund um die Schuhe sowie Bilder der neuen Blumenampeln enthalten:

Gesamtkonzept (Präsentation)


Wer Ideen, Anregungen oder Fragen zum Thema hat, kann sich an die beiden Projektleiterinnen bei der Verbandsgemeindeverwaltung wenden:

 

Christine Kirchhöfer
Tel. 02602 / 126-213
E-Mail: ckirchhoefer@montabaur.de

 

Evi Bachmeier-Runge
Tel.: 02602 / 126-198
E-Mail: gbachmeierrunge@montabaur.de

 

 

 

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