Wolfsturm-Sanierung abgeschlossen


Wolfsturm: Sanierung abgeschlossen


Neuer Glanz für ein altes Gebäude: Der Wolfsturm ist über den Sommer umfangreich saniert worden. Sobald das Gerüst verschwunden ist, wird das alte Gemäuer seine liebevoll restaurierte Fassade präsentieren.





 

Der Turm und das ihn umgebende Gelände waren seit 2011 gesperrt, weil immer wieder kleine Gesteinsbrocken aus dem oberen Bereich der Außenmauer herabfielen. Außerdem gab es undichte Stellen im Dach, so dass das Mauerwerk auch von innen feucht wurde.

Der Wolfsturm stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ursprünglich Teil der Stadtbefestigung. Der 20 Meter hohe Turm gliedert sich in zwei Teile: Der Sockel ist dreiviertelrund und aus massiven Basaltstein gemauert. Der obere Teil hat einen fünfeckigen Grundriss und ist sowohl aus Basalt als auch aus Schalsteinen aus Tonschiefer gefertigt. „Dieser Stein war damals günstig und wurde hier in der Region häufig verwendet. Leider hat er die Eigenschaft, dass er ähnlich einem Blätterteig aus vielen Schichten besteht, zwischen die Wasser geraten kann. Wenn es im Winter friert, beginnt der Stein durch das sich ausdehnende Wasser aufzuquellen. In der Folge fällt der Mörtel ab und die Mauer wird immer löchriger“, erläutert der Restaurator Roger Thamm; der im Auftrag der Stadt die Sanierung leitet. So war bei der Sanierung des Mauerwerks auch viel Detailarbeit gefragt. Die Restauratoren mussten jeden Stein einzeln prüfen, befestigen oder auswechseln. „Das war echte Handarbeit, was die Steinmetze hier geleistet haben. Jeder Stein, der ausgetauscht werden musste, wurde von Hand angepasst“, so Thamm. Einige der alten Steine konnten erhalten werden und wurden über Edelstahlnadeln mit dem übrigen Mauerwerk verbunden. Um die Haltbarkeit zu erhöhen wurde ein spezieller Mörtel verwendet und in die Fugen eingespritzt. „Bei der letzten Sanierung 1969 wurde ein einfacher Zementmörtel verwendet, der die Bewegungen des Steines nicht mitgemacht hat und deshalb mehr und mehr herausgebröckelt ist“ beschreibt Thamm die Probleme, die sich in den letzten Jahren immer deutlicher gezeigt hatten und schließlich zur kurzfristigen Sperrung des Turmes im Jahr 2011 führten. Der jetzt verwendet Mörtel verbindet sich besser mit Naturstein und macht dessen Bewegungen mit. Trotzdem musste er großflächig aufgetragen werden, so dass von dem ursprünglichen Mauerwerk nicht mehr viel zu sehen ist. Die gleiche Vorgehensweise wurde im unteren Bereich angewandt, wo noch zwei Stümpfe der alten Stadtmauer stehen geblieben sind. Der markante Zinnenkranz, der wie eine Krone auf dem Turm sitzt, war ebenfalls stark betroffen von der Erosion des alten Zementmörtels. Er hat zwar eine Abdeckung aus Zinkblech, die an den Fugen aber undichte Stellen aufwies. So konnte Wasser in das Mauerwerk eindringen, wodurch sich das Problem des aufquellenden Tonschiefers noch verstärkte. Im Zuge der Sanierung wurden nun die Dichtungsfugen erneuert und zur besseren Entwässerung der Dachfläche ein Regenrohr angebracht. „Die alten Wasserspeier waren bei Starkregen schlicht überfordert, so dass sich regelmäßig Wasser auf dem Dach zurückstaute. Außerdem klatschte bei Wind das Wasser an den Turm und wusch den Mörtel aus“, so Thamm, der alle Details der Restaurierung in enger Absprache mit der Landesdenkmalpflege und Petra Pöritzsch-Jonas geplant hat, die die Maßnahme als Projektleiterin von Seiten der Stadt durchgeführt hat.

Durch das eindringende Regenwasser von oben und aufsteigende Feuchtigkeit von unten waren die alten Mauern auch im Innenbereich des Turmes feucht geworden und zeigten viele Ausblühungen. „Hier haben wir einfach den Putz entfernt. Nun kann die Mauer wieder atmen und die Feuchtigkeit reguliert sich von selbst“, so Pöritzsch-Jonas. Der Turm war im Zuge der letzten Sanierung 1969 auch als Veranstaltungsort ausgebaut worden. Er ist möbliert; es gibt Toiletten und eine Küche. Allerdings soll der Turm auch nach der Sanierung nicht mehr für private Nutzungen zur Verfügung stehen. „Allerdings haben wir den Innenausbau erhalten, so dass die Stadt den Turm zu besonderen Anlässen noch nutzen könnte“, verrät die Projektleiterin. Genutzt wird der Turm auf jeden Fall, um das Stadtbild zu verschönern. Auf Anregung des Bürgervereins Stadtmarketing wurde eine neue Beleuchtung installiert, die die Konturen des Zinnenkranzes nachzeichnet. Zusätzlich gibt es unterhalb der Zinnen rundum Befestigungsmöglichkeiten für weitere Beleuchtungselemente, Fahnen und sonstige Dekoration. „Der Turm hat eine exponierte Lage und wird von vielen Stellen gut gesehen. Da bietet sich eine wechselnde Dekoration und Beleuchtung geradezu an“ so Pöritzsch-Jonas weiter.

Als Projektleiterin lobte Petra Pöritzsch-Jonas die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Besonders dankte sie den Nachbarn, die viel Lärm und Staub zu ertragen hatten. „Es gab kaum Beschwerden. Viele haben die Arbeiten interessiert beobachtet und mit den Restauratoren gesprochen. Regelmäßig brachten sie sogar Kaffee auf die Baustelle. Das war echt ein gutes Miteinander“, so Pöritzsch-Jonas. Sie lobte in diesem Zusammenhang auch die Mitarbeiter der ausführende Firma Pressbau aus Erfurt, „die nicht nur super gearbeitet haben, sondern auch mit Nachbarn und Passanten sowie dem leitenden Restaurator Roger Thamm gut kooperiert haben.“ Der Kostenrahmen für die Sanierung liegt bei 180.000 Euro, von denen die Stadt gut ein Drittel aus Mitteln der Landesdenkmalpflege erstattet bekommt.

Vor dem Eingang des Wolfsturms begutachten Projektleiterin Petra Pöritzsch-Jonas und Restaurator Roger Thamm das frisch sanierte Mauerwerk.

Vor dem Eingang des Wolfsturms begutachten Projektleiterin Petra Pöritzsch-Jonas und Restaurator Roger Thamm das frisch sanierte Mauerwerk.

 

 

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