Weitere Stolpersteine in Montabaur verlegt

Weitere Stolpersteine in Montabaur verlegt

Bereits zum dritten Mal besuchte der Aktionskünstler Gunter Demnig Montabaur, um Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes zu verlegen.




 

Mit den Stolpersteinen für Erwin Kahn und Ludwig Stern ist das Projekt in Montabaur nun abgeschlossen, denn es sind derzeit keine weiteren NS-Opfer bekannt. Insgesamt 26 kleine, in die Straßen und Wege eingelassene Messingtafeln erinnern an die ehemaligen Bürger der Stadt, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden.

Bereits im September 2012 hatte Gunter Demnig die ersten fünf Stolpersteine in Montabaur verlegt, weitere 19 kamen im März 2013 hinzu. Die meisten Stolpersteine liegen in der Innenstadt im Bereich Großer - und Kleiner Markt, Rebstock und Bahnhofstraße, weil hier seinerzeit die meisten jüdischen Bürger lebten. Allerdings bezieht sich das Projekt Stolpersteine auf alle Opfer des NS-Regimes und beschränkt sich nicht allein auf die vom Holocaust betroffenen Juden. „Hier wohnte…“ – mit diesen Worten beginnt die Inschrift der kleinen Messingtafeln, die vor den Häusern verlegt werden, wo ein NS-Opfer seinen letzten frei gewählten Wohnsitz hatte.

Im Rahmen einer Gedenkstunde, an der neben Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland auch einige Bürger teilnahmen, verlegte Gunter Demnig nun die (vorerst) letzten beiden Stolpersteine in Montabaur: einen für Erwin Kahn am Vorderen Rebstock 29 und einen für Ludwig Stern in der Alleestraße 8a. Michael Musil und Volker Müller-Strunk, beide aktiv beim Amateurtheater Oase, lasen die Biografien der beiden NS-Opfer vor.

Zu Beginn der Gedenkstunde hatte Dr. Regina Fiebich, Leiterin des Stadtarchivs, in das Thema NS-Opfer aus Montabaur eingeführt und einen Überblick über das Projekt Stolpersteine gegeben. Mit viel Geduld und akribischen Recherchen hatte sie die Lebensstationen der einzelnen NS-Opfer zusammengetragen und aufgeschrieben. „Den Stolperstein für Ludwig Stern können wir erst heute in der Alleestraße verlegen, obwohl dort bereits seit einem guten Jahr Stolpersteine an seine Eltern Frieda und Julius erinnern. Wir hatten lange Zeit Probleme, die Lebensstationen von Ludwig Stern ausfindig zu machen. Das lag daran, dass irgendjemand aus Ludwig Stern einen Ludwig Stein gemacht und er folglich im Gedenkbuch des Bundesarchivs Berlin als Ludwig Stein geführt wurde. Durch Zufall sind wir auf diesen Schreibfehler gestoßen und konnten erst mit diesem Wissen seine Lebensgeschichte vollständig recherchieren. Das hat gedauert. Deshalb haben wir den Stolperstein so lange zurückgehalten“, erläuterte Fiebich. Den Stolperstein für Erwin Kahn hatte man aus weit profaneren Gründen zurückgestellt: Als im März 2013 etliche Stolpersteine am Rebstock verlegt wurden, war vor dem Haus am Vorderen Rebstock 29 eine Baustelle. Den Anstoß für das Projekt Stolpersteine in Montabaur hatte der ehemalige Stadtrat und Geschichtslehrer Paul Widner gegeben, der heute als Stadtführer unter anderem Rundgänge zum Thema „Die Juden in Montabaur“ anbietet.

Am Vorderen Rebstock 29 verlegte Gunter Demnig einen Stolperstein für Erwin Kahn. (Bild: Dr. A. Scharfenstein)

Am Vorderen Rebstock 29 verlegte Gunter Demnig einen Stolperstein für Erwin Kahn.
(Bild: Dr. A. Scharfenstein)


Das Schicksal von Ludwig Stern war lange Zeit unklar. Jetzt sind seine Lebensdaten bekannt und so konnte der Stolperstein für ihn neben denen seiner Eltern in den Gehweg an der Alleestraße eingelassen werden.

Das Schicksal von Ludwig Stern war lange Zeit unklar. Jetzt sind seine Lebensdaten bekannt und so konnte der Stolperstein für ihn neben denen seiner Eltern in den Gehweg an der Alleestraße eingelassen werden.

 

 

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