Montabaur baut Kinderbetreuung weiter aus


Montabaur baut Kinderbetreuung weiter aus

Investitionen in die Zukunft: Über vier Millionen Euro hat die Stadt Montabaur in den letzten fünf Jahren für den Ausbau der Kinderbetreuung ausgegeben.




 

Dabei ging es vor allem um die Ganztagsangebote und die Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Doch der Bedarf ist weiterhin so hoch, dass die Stadt ab August eine neue provisorische Kindertagesstätte mit 50 Plätzen in den Räumen der Waldschule im Stadtteil Horressen einrichten wird.

Montabaur ist ein attraktiver Wohnstandort für junge Familie. Das belegen die Geburtenzahlen der letzten Jahre: Wurden im Jahr 2008 noch 97 Kinder registriert, stieg diese Zahl im Jahr 2012 schon auf 117. Damit ist die Entwicklung in Montabaur gegenläufig zu den Umlandgemeinden, wo die Geburtenzahlen meist rückläufig sind oder zumindest stagnieren. Die Gründe dafür dürften sein, dass die Stadt wegen ihrer guten Infrastruktur und Lage ein gefragter Standort ist, der junge Familien aus der Region oder den benachbarten Ballungszentren anzieht. „Wir haben uns in Montabaur in den vergangenen Jahren sehr fortschrittlich gezeigt. Das macht sich jetzt bemerkbar“, kommentiert Stadtbürgermeister Klaus Mies die Entwicklung. Mit dem Fortschritt geht aber auch die Verpflichtung einher, sich auf den Bedarf und die (Rechts-) Ansprüche der jungen Familien einzustellen. Seit 2010 gibt es den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren; seit 2013 haben auch die Kinder unter zwei Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Daneben gibt es eine verstärkte Nachfrage nach Krippenplätzen für Kinder unter einem Jahr und nach Ganztagsbetreuung in allen Altersstufen. „Das sind enorme Herausforderungen, vor die uns der Gesetzgeber da stellt. Aber die Kinder sind unsere Zukunft, deswegen ist das Geld gut angelegt“, so Klaus Mies. Eine weitere Entwicklung macht sich beim Ausbau der Kapazitäten ebenfalls bemerkbar: Als im Jahr 2010 der Rechtsanspruch für die Zweijährigen eingeführt wurde, ging man auf Landessebene davon aus, dass jedes zweite Kind eines Jahrgangs von dem Angebot Gebrauch machen würde. „Das trifft bei uns nicht zu. Bei uns gehen schon nahezu 100% eines Jahrgangs der Zweijährigen in den Kindergarten“ führt Klaus Mies aus. Die Einrichtungsleitungen haben aus pädagogischer Sicht Verständnis für diesen Trend: „Die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen sind sehr wertvoll für die Entwicklung der Kinder. Das gilt für die Zweijährigen schon genauso wie für die Älteren“, sagt Andrea Fuß, Leiterin der kommunalen Kindertagesstätte Himmelfeld.

So ist die Kindergartenlandschaft in Montabaur seit Jahren in Bewegung. In allen Kindertagesstätten wurden seit 2008 Modernisierungsprojekte gestartet, um sie für die neuen Aufgaben fit zu machen. Schließlich gibt es klare Anforderungen an die Ausstattung und das Raumprogramm, wenn Kinder ganztags betreut und damit auch mittags verköstigt werden sollen. Auch für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren bedarf es spezifischer Gegebenheiten. Da vier der insgesamt sechs Einrichtungen in der Trägerschaft der katholischen Kirche stehen, wurden die Ausbauprojekte dort in enger Abstimmung mit dem Träger durchgeführt. Von einem Investitionsvolumen von 4,1 Mio. Euro haben der Westerwaldkreis 0,4 Mio. Euro, Bund und Land 0,9 Mio. Euro und die katholische Kirche 0,9. Mio. Euro übernommen, so dass der städtische Anteil bei knapp 2 Mio. Euro liegt. Die Bauprojekte an der kommunalen Kindertagesstätte Himmelfeld und am katholischen Kindergarten St. Peter laufen noch bis zum Sommer. Dann sind die Kapazitäten und Erweiterungsmöglichkeiten an den bestehenden Einrichtungen ausgereizt.

Laut Bedarfsplan des Westerwaldkreises muss die Stadt Montabaur ab August 519 Betreuungsplätze zur Verfügung stellen. „Diesen Bedarf kann die Stadt Montabaur mit den bestehenden Einrichtungen nicht decken. Deshalb werden wir eine neue, zeitlich befristete Kindertagesstätte in den Räumen der Waldschule in Horressen einrichten“, berichtet Guido Göbel, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Verbandsgemeinde Montabaur. In der provisorischen Kita wird es zwei Gruppen mit insgesamt 50 Kindern geben, von denen 12 Plätze für zweijährige Kinder vorgesehen sind. 37 Ganztagsplätze stehen zur Verfügung; die Mittagsversorgung erfolgt über die Mensa der Grundschule. Es werden 5,5 neue Stellen geschaffen. „Die Kinder, die das Provisorium besuchen werden, stammen alle aus der Kernstadt, da die Kitas in Horressen und Elgendorf ihren Bedarf selbst decken können“, so Göbel weiter. Für die Kinder ab drei Jahren wird ein Bustransfer eingerichtet, für die jüngeren Kinder scheidet dies aus rechtlichen Gründen generell aus.

Mit der neuen Einrichtung stehen in der Stadt Montabaur ab August insgesamt 535 Kindergartenplätze zur Verfügung. Darin enthalten sind 120 so genannte U3-Plätze und 27 Krippenplätze. 320 der 535 Plätze sind als Ganztagsplätze ausgewiesen. „Für uns als Kommune ist es sehr schwer den Bedarf zu planen und zeitgemäß zu reagieren. Gerade bei den ganz Kleinen unter zwei Jahren planen wir für Kinder, die im Zweifelsfall noch gar nicht geboren sind“, erläutert Stadtbürgermeister Mies die Hintergründe. Für die Bedarfsplanung ist die Kreisverwaltung verantwortlich. „Wir sind in engem Kontakt und werden uns in Kürze mit dem Kreis- und dem Landesjugendamt treffen, um die Lage zu erörtern und die Planungen für die nächsten Jahre vorzunehmen“, ergänzt Guido Göbel.

Die Sanierung der Kindertagesstätte Himmelfeld läuft zwar noch, aber der neue Anbau ist schon fertig. Die Kinder genießen die Lesestunde mit Kita-Leiterin Andrea Fuß (r.) in der Kuschelecke.

Die Sanierung der Kindertagesstätte Himmelfeld läuft zwar noch, aber der neue Anbau ist schon fertig. Die Kinder genießen die Lesestunde mit Kita-Leiterin Andrea Fuß (r.) in der Kuschelecke.


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