Junger Schreiner schenkt der Stadt selbstgebaute Insektenunterkunft

Fünf-Sterne-Hotel für Insekten


Junger Schreiner schenkt der Stadt selbstgebaute Insektenunterkunft





 

Montabaur hat ein weiteres Insektenhotel. Bauherr dieser Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten ist der junge Schreiner Tobias Bach, der das Bauwerk seiner Heimatstadt geschenkt hat.

„Eigentlich kann das jeder“, sagt Tobias Bach und lächelt bescheiden. Man müsse sich nur im Internet informieren, geeignetes Material und Werkzeug besorgen, und „dann ist es gar nicht so schwer, ein Insektenhotel zu bauen“. Für ihn nicht. Schließlich ist der 22jährige gelernter Schreiner und außerdem engagierter Umweltschützer. Die Insekten liegen ihm am Herzen und das handwerkliche Geschick im Blut. Tobias Bach hat bereits sein zweites Insektenhotel gebaut – und auch dieses zweite Bauwerk der Stadt Montabaur geschenkt.

Während das erste Insektenhotel, das der junge Mann baute und in der Nähe des Spießweihers aufstellte, einem querformatigen Schaukasten ähnelt, hat sein aktuelles Bauwerk am Quendelberg eine elegante, hochformatige Schrankform, 1,80 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und 20 Zentimeter tief. Wie in etwa das Insektenhotel aussehen soll, habe er sich zuvor auf Abbildungen angesehen: Der Rahmen und die Rückwand müssen aus stabilem Holz zusammengebaut werden, die Vorderseite ist in mehrere Segmente unterteilt, und diese sind wiederum in einzelne Fächer gegliedert, die mit verschiedenen Füllmaterialien ausgestattet sind. Hasendraht verhindert, dass etwa Heu, Stroh oder Tannen- und Kiefernzapfen aus dem Kasten fallen oder von Vögeln herausgezogen werden. So einfach ist das, wiederholt der kräftige junge Mann erneut freundlich, verschränkt die Arme und beginnt schließlich doch, seine Arbeit zu erklären.

Dass er keine Zeichnung angefertigt habe, sondern eine Vorstellung des Plans im Kopf hatte, erzählt er. Und dass er ungefähr vier bis fünf Wochen an dem neuen Insektenhotel gebaut habe. Er sei Schreiner, aber arbeitslos, und deshalb habe er Zeit für dieses Projekt. Die Werkstatt ist in einem Kellerraum seines Elternhauses, und das nötige Werkzeug – Hammer, Säge, Bohrmaschine und Akkuschrauber – gehöre ohnehin zur Grundausstattung. Das Holz für den Rahmen, den Hasendraht und die Metallbefestigungen, mit denen der Kasten 45 Zentimeter tief in den Boden eingelassen wird, hat er im Baumarkt besorgt. Echten Fachwerklehm für eines der Fächer konnte er ebenso wie Heu und Stroh von einem Bekannten bekommen. Die Zapfen sind aus dem Wald, genauso die Baumscheiben, in die der Schreiner Löcher als Brutröhren gebohrt hat. „Die sind wichtig für Florfliegen, Wespen, Bienen, Hummeln und Marienkäfer“, zählt er auf. Gut für die Insekten sei auch die rote Farbe, in der die Fächer gestrichen sind, betont Tobias Bach. Rot locke die Tiere an.

Bei der Dachkonstruktion des neuen Insektenhotels habe er wenig experimentiert, berichtet der Bauherr. Diesmal sollte das Hoteldach nicht spitz zulaufen wie bei dem ersten Modell, sondern mit einem gewellten Dach aus Dachziegeln versehen werden. „Die Dachziegel waren bei unserem eigenen Haus übrig.“ Für die Unterkunft der schwirrenden Tiere eigneten sie sich bestens, ist er überzeugt. Außerdem machen die individuellen Bauideen jedes Insektenhotel zu einem Unikat. Fünf derartige Bauwerke will Tobias Bach insgesamt bauen und seiner Heimatstadt schenken, „weil mir das Spaß macht, und weil es gut für die Umwelt ist“.

Stolz präsentiert Tobias Bach das neue Insektenhotel. Es steht am Quendelbarg auf der Wiese oberhalb des Jüdischen Friedhofs.

Stolz präsentiert Tobias Bach das neue Insektenhotel. Es steht am Quendelbarg auf der Wiese oberhalb des Jüdischen Friedhofs.


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