Stadtrat ehrt Schülerin Lisa Quernes

Ein Preis für den Fleiß

Fleißig, akribisch und sehr engagiert hat die Schülerin Lisa Quernes aus Montabaur das Leben des NS-Opfers Gertrud Stockhausen recherchiert. Die Arbeit von Lisa Quernes, die inzwischen ihr Abitur am Landesmusikgymnasium abgelegt hat, ...




 

... sorgte für Aufsehen in der Fachwelt und brachte ihr einige Auszeichnungen ein. Für ihr besonderes Engagement zur Aufklärung der Euthanasiepraxis während der NS-Zeit wurde sie nun auch im Stadtrat geehrt.

„Es ist gut zu wissen, dass es junge Menschen gibt, die sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessieren und sie nicht als abgehakt ansehen“, begann Stadtbürgermeister Klaus Mies seine Laudatio auf die junge Historikerin. Auch der Titel der Arbeit „Ein Mord, der nebenan geschah“ lege nahe, dass der Holocaust nicht irgendwo sondern überall stattgefunden hat. „Vor allem ist es wichtig, dass diese schreckliche Vergangenheit mit den vielen Einzelschicksalen von Menschen immer in unserem Bewusstsein bleibt und nicht in Vergessenheit gerät. Dazu haben Sie einen Beitrag geleistet. In Namen der Stadt spreche Ihnen hierfür Dank und Anerkennung aus.“ Lisa Quernes bedankte sich bei den anwesenden Lehrern ihrer Schule, ihren Eltern und auch bei der Stadt für die Unterstützung, die sie bei ihrer Arbeit erhalten hat.

Gertrud Stockhausen war die Mutter des berühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen. Sie war psychisch krank und wurde 1941 vom NS-Regime in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht und dort vergast. In der Gedenkstätte der NS-Euthanasie-Anstalt in Hadamar rekonstruierte Lisa Quernes das Schicksal von Gertrud Stockhausen und recherchierte dabei so detailgenau, dass ganz neue wissenschaftliche Ergebnisse herauskamen. Diese werfen auch ein neues Licht auf das musikalische Wirken von Karlheinz Stockhausen, der das schreckliche Schicksal seiner Mutter in seiner Musik verarbeitet hat. Akribisch forschte Lisa Quernes weiter, um die Biografie von Getrud Stockhausen mit immer mehr Einzelheiten zu unterfüttern. Sie telefonierte oder schrieb mit Verwandten und Bekannten der Ermordeten (oder mit deren Nachfahren), befragte Zeitzeugen und recherchierte in rund 40 Archiven und Bibliotheken. Durch Lisas Anfragen kamen Mitglieder der Familie Stockhausen, die inzwischen weit verstreut  in ganz Europa wohnen, wieder in Kontakt. Es kam sogar ein Familientreffen in Gedenken an die ermordete Gertrud zustande, zu dem Lisa eingeladen wurde. Schließlich reichte sie ihre Arbeit beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit dem Motto „Vertraute Fremde, Nachbarn in der Geschichte“ ein und erhielt glatt einen Förderpreis dafür. Es folgten Präsentationen, Ausstellungen und Vorträge an der Uni Frankfurt, an der Gedenkstätte Hadamar, im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages sowie Interviews mit Zeitungen oder im Radio. Als im Februar in Bärenbroich, dem letzten frei gewählten Wohnort von Getrud Stockhausen, ein Stolperstein für sie verlegt wurde, zählte Lisa Quernes zu den geladenen Gästen, den schließlich ging die Initiative für dieses Zeichen von ihr aus. Als in Montabaur 2012 und 2013 die Stolpersteine für die Opfer des NS-Regimes verlegt wurden, war Lisa Quernes auch dabei: Zusammen mit ihren Mitschülerinnen sorgte sie für einen würdigen musikalischen Rahmen für die Veranstaltung.  

 

Als kleine Anerkennung für ihre besondere Arbeit überreichte Stadtbürgermeister Klaus Mies der Schülerin Lisa Quernes eine Blumenstrauß und einen Geschenkgutschein.

Als kleine Anerkennung für ihre besondere Arbeit überreichte Stadtbürgermeister Klaus Mies der Schülerin Lisa Quernes eine Blumenstrauß und einen Geschenkgutschein.

 

 

 

 

 

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