Hannah Reckenthäler gewinnt Landeswettbewerb

 

 

Abriss des ehemaligen Franziskanerklosters 

Schülerin gewinnt Landeswettbewerb in Geschichte

War der Abriss des ehemaligen Franziskanerklosters legal oder ein gigantischer Skandal? Mit dieser Frage hat sich die Montabaurer Schülerin Hannah Reckenthäler in einer Facharbeit beschäftigt und mit ihrem Beitrag den Landeswettbewerb in Geschichte gewonnen.

 

„Ich hatte zwei schöne Skandale zur Auswahl“, erzählte die 18jährige Hannah Reckenthäler vom Landesmusikgymnasium Stadtbürgermeister Klaus Mies. Ihre Facharbeit dem skandalumwitterten Abriss des ehemaligen Franziskanerklosters widmen, entschied sie, „weil ich nach dem Abitur selbst Architektur studieren will“.  

Stadtbürgermeister Mies gratulierte der Schülerin zu ihrem Erfolg und dankte ihr ausdrücklich für ihre Arbeit, die zeigen würde, wie sorgfältig mit historischen Gebäuden umgegangen werden müsse. Hannah Reckenthäler habe Protokolle, Mitteilungen, Bilder sowie Gespräche mit Zeitzeugen von damals und Fachleuten ausgewertet und eine sehr „kritische Betrachtung der damaligen Vorgänge“ geliefert, lobte der Stadtbürgermeister.  

Tatsächlich umranken zahlreiche Merkwürdigkeiten den Abriss des ehemaligen Franziskanerklosters. Bereits 1973 beschloss, Reckenthälers Ausführungen zufolge, der damalige Bürgermeister Wilhelm Mangels, das Gebäude abzureißen, um dort ein neues Verwaltungsgebäude, den heutige Rathausneubau, zu errichten. Baugenehmigungen lagen nicht vor. Briefe des Landratsamts zu diesem Thema wurden angeblich nicht aufmerksam gelesen, sondern nur überflogen. Zudem wurde der Zeitpunkt des Abrisses für einen Freitagnachmittag festgesetzt. Bürgermeister Mangels erklärte die Aktion nachträglich zu einem „Verwaltungsirrtum“.  

Hannah Reckenthäler kommt in ihrer Facharbeit zu einer anderen Beurteilung: „Die Tatsache, dass eine Abrissgenehmigung in einer Verwaltung nicht ausführlich gelesen wurde, erscheint mir zweifelhaft und unglaubwürdig.“ Zudem habe die Verwaltung „nie die Absicht gehabt, das Gebäude zu erhalten“, weshalb man beispielsweise Wasserschäden durch offen stehende Fenster in Kauf genommen habe. Auch bei den Sanierungskosten für das Franziskanerkloster sowie bei den Baukosten für den Rathausneubau entdeckte die Schülerin Unstimmigkeiten. Denn während die Sanierungskosten überhöht angesetzt worden seien, sei man bei der Planung des Neubaus von zu geringen Kosten ausgegangen.  

„Ich hatte den Eindruck, dass es eine Nacht- und Nebelaktion war. Zumal in kürzestes Zeit alles weggeräumt war“, zitiert Hannah Reckenthäler eine Zeitzeugin. „Eines Morgens war alles abgerissen.“ Noch heute herrsche – insbesondere bei den älteren Bürgern der Kreisstadt - großer Unmut über diesen Vorfall, bestätigte auch Beatrix Künzer vom Stadtarchiv.

Herzlichen Glückwünsch! Montabaurer Schülerin gewinnt den Landeswettbewerb in Geschichte und wird vom Stadtbürgermeister eingeladen. Beim Empfang waren dabei (v.l.): Geschichtslehrerin Gitta-Josephine Peda, Beatrix Künzer, Mitarbeiterin Stadtarchiv, Stadtbürgermeister Klaus Mies, Preisträgerin Hannah Reckenthäler mit ihren Eltern Christa und Stefan Reckenthäler.

Das Franziskanerkloster

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